Diese Woche habe ich die ersten Schneeglöckchen vor der Haustür entdeckt. Ganz zart haben sie ihre weißen Köpfchen durch die kalte Erde geschoben, als wollten sie vorsichtig anklopfen und fragen: „Dürfen wir schon?“ Für mich sind sie jedes Jahr das erste, leise Versprechen: Der Frühling ist nicht mehr weit. Noch sind sie mir allerdings zu schade zum Ausgraben und ins Haus holen. Sie dürfen draußen bleiben, wo sie hingehören, im feuchten Boden, zwischen alten Blättern, im noch winterlichen Licht. Ich mag diesen Gedanken, dass sie sich ihren Platz selbst gesucht haben und dort am schönsten wirken. Manche Dinge entfalten ihre ganze Kraft eben genau da, wo sie gewachsen sind. Und doch haben sie einen kleinen Flashback in mir ausgelöst. Ich habe ein paar Fotos vom März 2019 herausgesucht, aus unserer damaligen Küche. Auf den Bildern stehen Schneeglöckchen in einem alten Weckglas auf dem Tisch. Das Licht fällt weich durchs Fenster, draußen war es vermutlich noch genauso kühl wie j...