Zuhause leben - wie geht das?


Die richtige Überschrift für einen Post zu finden ist nicht immer leicht, so wie man das an der heutigen Headline erkennen kann.

Was bitte soll das heißen "Zuhause leben - wie geht das?"
Leben wir nicht alle in unseren 4 Wänden?
Dafür braucht doch niemand eine Anleitung ...
Oder doch?

Ich stelle zunehmend fest, dass sich in unserem Freundes und Familienkreis viele befinden, die es Zuhause nicht aushalten. Das fiel früher nicht auf, weil es genau die Personen waren, die immer super Restaurant- und Hoteltipps kannten.
Diese Freunde wussten, wo es welche Ausstellungen gibt und welcher Biergarten gerade der Angesagteste ist.
Auf diese Menschen konnte man in all diesen Fragen zählen.
Oft fühlte ich Bewunderung für diese Menschen, die so gut informiert waren.

Heute sieht das anders aus ...
Denn genau diese Gruppe Menschen fällt durch den "harten Lockdown" in ein Loch.
Sie wehren sich so gut sie können gegen die Einschränkungen, weil das Schlimmste was ihnen passieren konnte eingetreten ist:

Sie müssen Zuhause bleiben

In einem Zuhause aus dem sie so gerne in eine "tolle" Welt geflüchtet sind.
Jetzt sitzen sie in Häusern und müssen Familienmitglieder aushalten die sie nerven, sie sehen wie lieblos ihre eigene Wohnung ist und/oder müssen einfach nur selber kochen.
Ja ... sogar das Kochen ist für einige schon ein Problem, weil sie es nie gelernt haben!



Puh ... was also tun, wenn es dir genau so geht?

Ich glaube zuerst ist bei uns allen die "Innere Haltung" der Schlüssel zum glücklich.
Der Lockdown bereichert uns alle an Erfahrungen - seht es unbedingt als große Chance an.
Natürlich hätten wir darauf verzichten können.
Aber darum geht es jetzt nicht.
Es geht darum mit der Situation zurecht zu kommen.

Was also tun, wenn die Mitbewohner einen nerven ...?
Ganz einfach und doch für viele sehr schwer "redet miteinander". 
Sagt dem Anderen zuerst was ihr an im "schätz - was ihr gut findet".
Danach könnt auch sagen, was ihr euch vom anderen wünscht - überlegt es euch gut!
Denn in so einem Gespräch darf man nur eine Sache ansprechen.

Wenn euch nervt, dass die schmutzige Wäsche immer überall rumliegt, dann kauft einen schönen Beutel für die Schmutzwäsche.
Da kann jedes Familienmitglied seine schmutzige Wäsche bequem reinwerfen.
Das klappt nicht?!
Okay dann stellt klar, dass das ein Verhalten ist, was euch nervt und sucht gemeinsam eine Lösung.
Das klappt auch nicht?
Dann macht eure Pläne und überlegt wie ihr euch räumlich trennen könnt.
Es ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt seine Probleme zu lösen!

Das nächste Problem ist die lieblose Wohnung?
Dann ist auch hier jetzt genau der richtige Zeitpunkt zum ausmisten.
Jeden Tag ein Schrank ... oder eine Stapel ...
Macht kleine Mengen, die ihr sofort entsorgen könnt.
Klasse ist bei diesem Lockdown, dass die Wertstoffhöfe offen haben dürfen.
Nutzt jetzt diese Chance.



Tja und was tun, wenn man nicht kochen kann und eigentlich auch nicht weiß wie man die kleinen Probleme im Haushalt lösen könnte?
Dann holt euch Tipps wie das Früher war.
Oma hat da bestimmt noch ein paar Geheimtipps für euch.
Außerdem freut sie sich sicherlich über eueren Anruf.


Daniele Wattenbach ist die Autorin des Buches "Sauerteig & Wadenwickel", aus dem südwest-Verlag.
Im Vorwort schreibt sie zur Recherche zu diesem Buch:
"Mit Tanten, Freunden, Nachbarn und Bekannten habe ich gemeinsame wundervolle Abende verbracht (bei einem oder zwei Gläschen Wein), und alle erzählten mir, welche Haushaltstipps und -tricks sie aus ihrer Kindheit im Kopf behalten hatten ..."

Das Buch ist ein super Ratgeber geworden, um einen nachhaltigen Haushalt in der heutigen Zeit zu führen.
Unterteilt ist das Buch in die Bereiche:

- Die Küche
- Die Speisekammer
- Der Gemüsegarten
- Die kleine Hausapotheke
- Das Badezimmer
- Die Waschküche
- Der Putzmittel - und Besenschrank

Ihr seht, das sind viele Bereiche aufgeführt, die wir im täglichen Leben Zuhause benötigen.





Daniela hat folgendes beim Thema "Nachhaltigkeit" festgestellt:

"Übrigens machte sich ein schöner Nebeneffekt meiner neuen Leidenschaft
für "einfache Haushalten" innerhalb kürzester Zeit bemerkbar:
das Plus im Geldbeutel.
Dabei verzichte ich beim Einkaufen auf nichts.
Vielmehr verweigere ich die von der Industrie angebotenen Produkte,
lese mir die Inhaltsstoff- und Nährwertangaben gründlich durch
und bin kritisch bei deren Auswahl. Als Ergebnis packe ich viel weniger in meinen Korb. Dabei war die finanzielle Ersparnis überhaupt nicht meine Motivation.
Zu Beginn habe ich nicht einmal daran gedacht - aber
dass man beim Selbermachen auch noch gutes Geld spart,
ist wirklich Erwähnenswert."

Geld das man sich so spart, kann man dann wieder für die Renovierung oder eine neue Wohnung verwenden.
Denn Eins sollte uns allen klar sein, die Einschränkungen werden leider in welcher Form auch immer noch lange bleiben.
Rechnet doch alleine mal aus, wie lange es dauern wird, bis alle Menschen in deiner Region geimpft werden können ... 
Wir reden hier von bis zu 3 JAHREN in den meisten Gegenden!!!

Da hilft wirklich nur eins ... löst eure Probleme die ihr Zuhause habt.

Der erste Schritt könnte ein einsamer Spaziergang sein, in dem du dir überlegst was dein Ziel der Veränderung ist.
Überlege dir dazu eine kleine Aufgabe die du Zuhause sofort innerhalb von einer Stunde zur Erreichung deines Ziels erledigen kannst. 
Mache eine Liste mit kleinen Aufgaben für den Zeitraum von einer Woche.

Hier ist eine mögliche Vorgehensweise, wenn "Unordnung" immer wieder ein Streit-Thema bei dir Zuhause ist:

Montag - Alles altes Glas im Haus einsammeln.
Dienstag - Das Glas zum Container oder zum Pfand einlösen, in den Laden bringen.
Mittwoch - Zeitschriften und Bücher einen Stapel oder ein Regalfach entmisten.
                 Wieviel muss weg, damit du dich wohlfühlst?
Donnerstag - Altpapier wegbringen.
Freitag - Pause ... andere Dinge im Haushalt die auch erledigt werden müssen,
              wie zum Beispiel "einkaufen"
Samstag - Dort wo du Platz geschaffen hast, mit einem Allzweckreiniger putzen.
                  Vielleicht findest du sogar noch etwas in diesem Bereich, was
                  entsorgt werden kann
Sonntag - Spaziergang mit Pläne schmieden für die Aufgaben in der
                 nächste Woche ...

Also ... Kopf hoch und das Beste aus der Situation machen.
Ich bin überzeugt jeder bekommt das hin.
Für allen denen die Decke auf den Kopf fällt, denkt bitte immer daran so viel wie möglich raus zu gehen und Vitamin D in der Sonne zu tanken.
Das ist Balsam für dein Wohlbefinden.

Bis bald
herzliche Grüße,
Jutta

Kommentare

  1. Als bekennende Nicht-Kommentiererin will ich heute ein großes Danke für den post loswerden - auch wenn ich allein zu Hause den lock-down überstehe. Als Alleinlebende muss man sich vielleicht noch mehr strukturieren, denn irgendwo ist es ja "wurscht", wie es (oder frau selbst) aussieht, weil keiner kommt ... Aber man/frau sollte es sich für einen selbst schön und gemütlich machen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Dorothee Sölle hat in einem Brief an ihre Töchter geschrieben: "lasst Eure Zimmer nicht verkommen". Gesegnete Advents- und Weihnachtstage und herzliche Grüße, Christine

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    1. Liebe Christine,
      ich freue mich so sehr über dein liebevolles Dankeschön ...
      Lange habe ich überlegt, ob ich so einen Post schreiben soll.
      Meistens bekommt man ja nur positive Rückmeldungen für tolle Rezepte, neue kreative Ideen oder einfach nur für schöne Fotos.

      Der Post heute wurde geschrieben, weil ich sehe wie Menschen in meinem Umfeld unter der aktuellen Situation leiden. Es sind tolle Menschen, die mir wichtig sind. Ich wollte verstehen, warum ihnen der Lockdown so zu schaffen macht.

      In den Gesprächen höre ich die Unzufriedenheit heraus ...
      Meistens sind es wirklich nur Kleinigkeiten und oft die fehlende Anerkennung.

      Ja ... dieser Lockdown stößt uns mit der Nase auf die Dinge, die schon immer Zuhause nicht richtig gelaufen sind.

      Eine schönes "Zimmer" ist oft schon ein aufgeräumtes Zimmer.
      Eine Tischdecke aus einem sauberen Tuch (dafür nehme ich auch gerne ein Geschirrtuch) und darauf ein leeres Glas ... mit einem Zweig vom Spaziergang. Mehr braucht es eigentlich nicht um eine besondere Stimmung zuhause zu schaffen ...

      Ich wünsche dir liebe Christine, ein schönes Weihnachtsfest ... lass es dir gut gehen ...

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    2. Vielen Dank für die liebe Rückmeldung! Und ich habe schon unten gelesen, dass Du von mehreren Seiten Zustimmung bekommst, allesamt lesenswerte Antworten.

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  2. Toller Post Jutta - also ich brauch keine Anleitung ich kann mich gut zu Hause und auch alleine Beschäftigen. Klar mit Gesellschaft was unternehmen etc. das hat auch was.

    Ich selbst dachte, dass ich mit den Lockdowns und so eher die Chance habe selbst etwas mehr zur Ruhe zu kommen, aber da ist es im Büro zu arbeitsaufwändig und der ständige Termindruck, alles schneller mehr und neuer und anders nicht so einfach.
    Homeoffice ist auch nicht.
    Aber auf der anderen Seite sind wir auch froh, dass keiner von uns von Zwangsarbeitspause betroffen ist.

    LG
    Ursula

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    1. Liebe Ursula, das ist ein großes Glück, wenn man sich selber beschäftigen kann.
      Dazu muss man wie die Yoga-Lehrerin immer sagt "in seiner Mitte ruhen".
      Das heißt, man muss mit sich und seinem Leben überwiegend zufrieden sein.

      Das mit der Arbeit ist wirklich gerade sehr unterschiedlich und wirklich nicht immer leicht:

      Die Einen wissen nicht wie sie die Arbeit bewältigen sollen.
      Immer mehr und neue Aufgaben durch die Corona-Auflagen machen das arbeiten schwierig. Manche bekommen immer mehr Aufträge, weil sie etwas anbieten was uns das Leben in dieser Phase leichter macht.
      Doch Personal kann nicht so schnell für den Bedarf eingestellt werden.
      Eine schwierige Situation ... das kenne ich auch als Kita-Leitung.

      Tja ... und dann gibt es die Anderen ... Kurzarbeit oder gar der Verlust der Arbeitsstelle ist oft eine Katastrophe.

      Erst diese Woche habe ich einen jungen Mann kennen gelernt. Er arbeitet eigentlich in der Gastronomie. Jetzt hilft er als Verkäufer bei seinem Freund im Lebensmittelladen. Er war so glücklich über diese Chance Geld verdienen zu können und er hat seine Aufgabe als Kassierer so gut gemacht ...
      Dieses Glück haben aktuell leider nicht viele, die ihren Beruf verloren haben.

      Es wird eine Weile dauern, bis wir lernen mit diesen neuen Gegebenheiten umzugehen.

      Herzliche Grüße
      Jutta

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  3. Liebe Jutta,
    auch ich finde deinen Beitrag gut und lesens- bzw. überdenkenswert. Ich gehöre zum Glück auch zu denen, die nicht so arg viele Probleme damit haben, daheim zu sein. Ich mag mein Zuhause, den Garten, das Haus, meinen Mitbewohner. ;-) Ich habe Arbeit (im Gegensatz zu vielen momentan sogar richtig viel zu tun) und vor allem habe ich: Hobbies! Ich finde, das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Wenn man nur noch daheim hockt und nicht weiß, was man mit seiner Zeit anfangen soll, das ist doch traurig. Mir ist niemals langweilig.

    Nichtsdestotrotz, mir fehlt vieles: Familie und Freunde treffen in allererster Linie. Mal schön essen gehen (ich koch sonst praktisch jeden Tag), ins Kino, ins Kabarett/Comedy und natürlich auch reisen. Jetzt geht es ja nicht mal mehr innerdeutsch. Schon traurig. Aber nicht zu ändern. Ich achte darauf, mich so gut es geht an die Empfehlungen zu halten und hoffe einfach, daß es nicht mehr so ewig dauert, bis wir mal wieder raus dürfen.

    Letztlich geht es aber doch immer darum: Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Laßt uns doch lieber auf das schauen, was noch möglich ist und uns auch über Kleinigkeiten freuen, wenn es dann wieder geht.

    Herzliche Grüße und ein paar möglichst streßfreie Rest-Tage bis Weihnachten!
    Anka

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    1. Liebe Anka,
      oh ja ... auch wenn ich hier so lockigflockig schreibe ... fehlt mir auch vieles ...
      Der Besuch bei meiner Mutter im Pflegeheim ...
      Ein Mädelsabend, an dem albern gekichert wird ...
      Essen gehen ... ich liebe es einfach nur mich an einen Tisch setzten zu können und etws köstliches gekocht bekommen ...
      Einkaufsbummel ...
      Genügend Personal in der Arbeit ... (dass endlich die schwangeren wieder arbeiten dürfen)
      Reisen mit dem Wohnmobil ...

      ach ... ich höre lieber auf ... sonst werde ich zu wehmütig ...

      Lass uns lieber wieder das Glas halbvoll sehen ... und die kommenden Feiertage genießen.
      Ich wünsche dir von Herzen alles Gute
      Jutta

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