Nachdem ich den Film über Gabriele Münter gesehen hatte, war meine Neugier geweckt. Ihre Geschichte hat mich sehr berührt, denn sie war eine talentierte, eigenständige Künstlerin, die ihrer Zeit weit voraus war, und gleichzeitig eine Frau, deren Leben von einer dramatischen und lange unerfüllten Liebe zu Wassily Kandinsky geprägt war.
Die Beziehung der Beiden war intensiv, leidenschaftlich und gleichzeitig schwierig. Kandinsky war verheiratet, als er Gabriele Münter kennenlernte. Gemeinsam verbrachten sie Jahre, unter anderem in Murnau, und wurden zu wichtigen Persönlichkeiten der Künstlerbewegung „Der Blaue Reiter“.
Doch ihre Geschichte war eben nicht nur eine Liebesgeschichte.
Das Münter-Haus ist ca. 1 Stunde von mir entfernt und so habe ich mit meiner Freundin einen Ausflug dorthin gemacht.
Schon beim Betreten hatte ich das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen.
Das Haus ist nicht einfach ein Museum, in dem Bilder an weißen Wänden hängen. Es erzählt ganz unmittelbar vom Leben seiner Bewohner.
Gabriele Münter und Wassily Kandinsky lebten hier von 1909 bis 1914. Für Münter war das Haus nicht nur Wohnort, sondern auch ein Ort, an dem sie selbst kreativ wurde.
Und das sieht man.
Besonders beeindruckt hat mich die Treppe.
Bunte Ornamente, Blumen, Punkte und fantasievolle Muster ziehen sich über das Holz. Dazu die farbig gestalteten Treppenstäbe. Es wirkt fast ein bisschen verspielt und gleichzeitig erkennt man sofort die typische Farb- und Formensprache, die man mit Gabriele Münter verbindet.
Man steht nicht einfach vor einem berühmten Gemälde, sondern bewegt sich durch Räume, in denen diese Menschen tatsächlich gelebt haben.
Je mehr man sich mit ihrer Geschichte beschäftigt, desto mehr rückt für mich Gabriele Münter als eigenständige Künstlerin in den Mittelpunkt.
Natürlich ist die Beziehung zu Kandinsky ein wichtiger Teil ihrer Lebensgeschichte. Und gerade ihre unerfüllte Liebe macht die Geschichte so emotional.
Aber Münter war viel mehr als die Frau an seiner Seite.
Sie entwickelte ihre eigene Bildsprache, arbeitete mit kräftigen Farben und vereinfachten Formen und wurde zu einer wichtigen Vertreterin des deutschen Expressionismus.
Das Münter-Haus macht diese Seite ihrer Persönlichkeit wunderbar sichtbar.
Eine kleine Ausstellung mit historischen Kameras fand ich ebenfalls besonders interessant.
Gabriele Münter bekam während ihres Aufenthalts in den USA eine Kodak-Kamera geschenkt.
Mit ihr fotografierte sie Menschen, Landschaften und Alltagssituationen.
Beim Fotografieren geht es wie beim Malen darum, genau hinzusehen.
Einen Moment festzuhalten.
Einen besonderen Ausschnitt aus der Welt auszuwählen.
Genau das vereint die Dauerausstellung der Fotografien und Bilder im Münter-Haus.
Das kleine Museum ist einen Besuch wert, wenn ihr mal in der Gegend seid.
Für mich war es definitiv mehr war als nur ein Punkt auf der Bucketlist.
Bis bald eure Jutta















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