Heute nehme ich euch mit in ein ganz besonderes Restaurant in München.
Das Tantris wurde 1971 eröffnet. Entworfen wurde das außergewöhnliche Gebäude vom Schweizer Architekten Justus Dahinden.
Von Anfang an sollte hier nicht einfach nur ein Restaurant entstehen, sondern ein außergewöhnlichen Ort für die Spitzengastronomie und genau das ist gelungen.
Schon der erste Küchenchef machte das Tantris zu einer Institution:
Eckart Witzigmann. Er prägte das Haus maßgeblich und brachte die moderne französische Küche nach Deutschland.
Bereits 1973 erhielt das Restaurant zwei Michelin-Sterne. Damals die höchste Auszeichnung, die ein deutsches Restaurant erreichen konnte.
Heute gehört das Tantris als Tantris Maison Culinaire zu München wie kaum ein anderes Gourmetrestaurant. Unter einem Dach befinden sich das Menü-Restaurant Tantris, das À-la-carte-Restaurant Tantris DNA und die Bar Tantris.
Wir waren im Tantris DNA. Der Name ist Programm: Hier geht es um die kulinarische DNA des Hauses und um die klassische Küche, mit der die Geschichte des Tantris begonnen hat.
Anlässlich des 85. Geburtstags von Eckart Witzigmann am 4. Juli wurde ein besonderes Menü zusammengestellt.
Executive Chef Benjamin Chmura entwickelte es gemeinsam mit Witzigmann selbst.
Dafür haben sich die beiden durch Witzigmanns legendäre Kochbücher gearbeitet und die Gerichte passend zur Saison ausgewählt. Das Besondere: Witzigmann selbst bestimmte jeden einzelnen der fünf Gänge.
Ein kleines Stück Tantris-Geschichte, das man tatsächlich probieren konnte.
Und was soll ich sagen?
Ich war natürlich vom Essen sehr beeindruckt.
Aber fast noch ein bisschen mehr hat mich das Gebäude und seine Einrichtung.
Schon beim Betreten des Tantris hatte ich das Gefühl, eine Zeitreise zu machen.
Orange, Rot, kräftige Farben, ungewöhnliche Formen, Beton, Glas und diese ganz spezielle Beleuchtung. Nichts wirkt beliebig oder austauschbar.
Das Design gehört hier genauso zum Erlebnis wie das Essen.
Witzig war zum Beispiel auch ein Klipp mit dem man die Handtasche am Tisch befestigen kann, damit sie nicht "stillos" am Boden liegt. Dieses Gadget habe ich noch nie irgendwo gesehen.
Tatsächlich ist das Tantris heute ein Baudenkmal.
Das Gebäude wurde am 2012 in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen. Es gilt als herausragendes Beispiel für die Architektur der frühen 1970er-Jahre.
Und dann sind da noch die außergewöhnlichen Betonfiguren des Schweizer Künstlers Bruno Weber.
Vier große Fabelwesen stehen vor dem Restaurant und begrüßen die Gäste. Weber arbeitete dabei mit fantastischen, fast märchenhaften Formen. Die Skulpturen wurden eigens für das Tantris geschaffen.
Jetzt muss ich aber noch über einen ganz besonderen Raum sprechen.
Die Damentoilette!
Schaut euch das bitte an, wie gut ich mit meinem Pulli in diesen Raum passe!
Grelles Pink, riesige Spiegel, diese außergewöhnlichen Leuchten und die Waschbecken … Für mich fast schon ein eigenes kleines Designmuseum.
Ich musste natürlich unbedingt ein Foto machen.
Und ich habe mir sagen lassen, dass die Herrentoilette dagegen ziemlich langweilig daherkommt.
Auch für mich ist ein Besuch im Tantris definitiv nichts Alltägliches.
Wenn wir als Familie einen besonderen Schritt im Leben gemeistert haben, dann gönnen wir uns gerne etwas Besonderes.
Und dann genießen wir es auch ganz bewusst.
Es war ein wunderschöner Abend.
Und vielleicht ist genau das für mich echter Luxus:
Nicht etwas zu besitzen, sondern einen besonderen Moment gemeinsam zu erleben und sich später gerne daran zu erinnern.
Und genau darüber möchte ich auch in meiner Serie „Lasst uns über Geld reden“ sprechen. Geld auszugeben ist für mich nicht automatisch etwas Schlechtes. Entscheidend ist für mich, wofür ich es ausgebe.
Ich möchte nicht möglichst viel besitzen oder mir ständig etwas Neues kaufen. Aber für Dinge, die uns wirklich wichtig sind, die uns Freude machen oder an die wir uns noch lange erinnern werden, gebe ich mein Geld gerne aus.
Bewusst genießen statt einfach nur konsumieren – das ist für mich ein Stück Lebensqualität.
Und so war dieser Abend im Tantris für mich nicht einfach „teuer essen gehen“, sondern eine ganz bewusste Entscheidung für einen besonderen Moment als Familie.
Denn am Ende sind es doch oft die Erlebnisse, die bleiben und nicht die Dinge, die irgendwann im Schrank stehen.
Bis bald,
eure Jutta








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